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Eigenschaften

Bor in unreiner Form wurde fast gleichzeitig von mehreren Chemikern im Jahre 1808 hergestellt. Die französischen Chemiker Joseph-Louis Gay-Lussac (1778-1850) und Louis Jacques Thénard (1777-1857) erhielten es durch eine Reduktion von Bortrioxid (B2O3) mit Kalium. Sir Humphrey Davy in London stellte es durch Elektrolyse von Borsäure dar. Davy nannte das neue Element zunächst "Boracium", was später auf "Boron" verkürzt wurde. Das chemische Symbol "B" für Bor schlug J. J. Berzelius im Jahre 1814 vor. Die Herstellung von hochreinem Bor gelang dem amerikanischen Chemiker W. Weintraub im Jahre 1909 durch die Reduktion von Bortrioxid mit Wasserstoff im Lichtbogen.

Die fünf Kristallmodifikationen von reinem Bor:
      · amorph (braunes Pulver),
      · a-rhomboedrisch (rot, durchscheinend),
      · b-rhomboedrisch (schwarz-grau glänzend),
      · a-tetragonal (schwarz),
      · b-tetragonal (rot).

Wichtige Bormodifikationen mit Fremdatomen:
      · Borcarbid B24C (tetragonales Borcarbid),
      · Borcarbid B13C2 (a-rhomboedrisches Borcarbid),
      · hexagonales Bornitrid (a-Bornitrid),
      · kubisches Bornitrid (b-Bornitrid).

Bor ist sehr hitzebeständig, hat eine geringe Dichte und eine sehr hohe Schmelz- und Siede-temperatur. Bei 20°C ist seine elektrische Leitfähigkeit gering, sie steigt aber beim Erwärmen stark an. Bei 600°C ist sie hundertmal höher als bei Raumtemperatur. Bor besitzt die höchste Zugfestigkeit aller bekannten Elemente. Bor ist durchlässig für Infrarotlicht. Weitere wichtige Eigenschaften von Bor sind in der Tabelle unten gezeigt:

Eigenschaft Wert
Massenanteil an der Erdhülle 0.001%
Dichte 2,46 g/cm3
Mohshärte 9,3
Schmelzpunkt 2076 °C
Siedepunkt 3927 °C
Spezifische Wärmekapazität 1026 J/(kgK)
Elektrische Leitfähigkeit 0.0001 S/m bei 20 °C
Wärmeleitfähigkeit 27,4 W/(mK)